2022

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Rallye Erinnerungen

hier gibt es Informationen über die Rallyeaktivitäten von Siegfried

EWRC Rallyresults Siegfried Mayr                      EWRC Rallyresults Renate Mayr

19.06

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Nach vielen Busfahrten und verschiedenen Reparaturen an Bussen, Autos und dem Volvo geht es übermorgen wieder auf  Tour. als nächstes steht für uns die Rally Mecsek in Ungarn bei Pecs an. Eigentlich haben wir das ganze wieder ohne Service geplannt, aber vielleicht nimmt Jan Knöbel seinen Sohnemann Niklas mit, der schon voriges Jahr in Finnland Christian unterstütz hat.

Jeff Carter hat uns in einer Vorankündigung genommen.

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10.05

Historic Rally Vltava 2022 oder der „silver Porschekiller“

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foto FIA Jeff Carter

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Die zweite Runde zur EHRC 2022 sah uns in Tschechien nahe der deutschen Grenze rund um Klatovy. Letztes Jahr kamen wir leider nur bis zum Ende der WP 2 bevor ein Motorschaden durch einen gebrochenen Kolben alle Träume von ein paar PS mehr zunichte machte. Die Anspannung war dem Teamchef, Fahrer, Mechaniker und Ehemann in Personalunion bereits Tage vor der Abfahrt ins anzusehen - würde es denn diesmal endlich ohne Probleme laufen? Auch während der Anfahrt und des etwas erweiterten Recce, normalerweise hätte ein Tag weniger gereicht, aber so war das ganze ohne zusätzlichen Stress zu bewältigen, legte sich das kaum. Erst als die ersten Prüfungen erfolgreich abgespult waren, wirklich alles funktionierte und das Vertrauen ins Auto wieder hergestellt war, begann er zu lächeln und die Rallye zu genießen :-) Von WP zu WP wirkte er erleichterter und zufriedener, die negative Anspannung ließ nach. Der Druck nach unserem Ausfall bei der letztjährigen Vltavarallye und den leider nicht abreißenden Problemchen die ganze Saison durch war wohl dementsprechend hoch.

vla2202Auch interessant zu erfahren, wie man „weiter vorne“ im Dunstkreis der etwas elitären Mitkonkurrenten unter den Top Ten mehr oder eher weniger wahrgenommen wird - underdogs sind halt nicht so gefragt, auch wenn sie mal eben Vizeeuropameister 2021geworden sind. Aus dem Mittelfeld kommt allerdings von Herzen kommende Anerkennung und die tut wirklich gut - an dieser Stelle vielen Dank dafür! „Klasse, wie ihr dieses Schiff durch die WP bewegt“ oder „super wie ihr mit kleinstem Aufwand Erfolg habt“! Der Vorteil hinterher zufahren ist übrigens, dass man weiß wer vor einem ist ;-) Aus wenig viel machen, so könnte unsere Devise lauten ;-) wenig an Personal beispielsweise oder auch wenig an Kohle... Die Tatsache, dass Servicepark und Parc Férmé auf dem gleichen Gelände in Janovice beheimatet sind, machte das Ganze natürlich leichter, ebenso die direkt angeschlossene Tankzone (aus der ich in jeder Servicepause die leeren Benzinkanister zu Fuß abholte). Vermutlich sind wir aber die einzigen Verrückten, die mit dem Transporter die Wertungsprüfungen abfahren sowie Team und Service in einem darstellen...

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Nach intensiver Suche fand sich dann auch einen Tag vor unserer Abreise endlich die ersehnte Starterliste, mit einer unschuldigen #27 sollten wir mit 15 Mitbewerbern in der Kategorie 3 und 8 in der Klasse D4 (> 2000 ccm) starten, darunter 6 (in Worten „sechs“!) Porsche 911 starten. Dass wir mittlerweile die Rolle des „Underdog“ ganz gut beherrschen, ließ uns berechtigte Hoffnung hegen, wenigsten den einen oder anderen „Zuffenhausener“ im Griff zu haben ;-)

Dienstag Nachmittag gleich nach unserer Ankunft holten wir die Unterlagen und erledigten auch die Papierabnahme. Dann bezogen wir unsere gewohnte gastfreundliche Pension und ließen uns ein Abendessen schmecken. Mittwoch schrieben wir einige neue WP auf und kontrollierten die beiden Rundkurse „Okruh“ jeweils in verschiedenen Richtungen, die uns bereits aus dem vergangenen Jahr bekannt waren. Donnerstag folgten zwei weitere neue Strecken und dann bereiteten wir das Auto auf die technische Abnahme vor. Der Servicepark in Janovice ist sehr großzügig in den Abmaßen, wobei die modernen Fahrzeuge der Rally Sumava mit ihrem Fuhrpark wirklich jeden Zentimeter ausnutzten. Direkt danach folgten wir der Einladung des Veranstalters zu einem Welcome Diner (ja, der Schwabe in uns weiß Gratisessen zu schätzen!) in einem wunderschönen Kloster in Klatovy.

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 foto Honza Vejmelka

Freitagvormittag fuhren wir nochmals die Wertungsprüfungen des ersten Rallyetages ab, eigentlich ungewohnt für uns Trainingsökonome, aber wir hatten einfach viel Zeit (ich mecker ja sonst immer „niiieee haben wir Urlaub...“). 15.55 war unsere Startzeit am Marktplatz in Klatovy, danach ging es gleich auf den Rundkurs im Nordosten der Stadt, wo schon großes Publikum auf uns (und natürlich auf die modernen Rallyeboliden am Abend) warteten. 2,7 Runden, alles lief gut bis auf ein etwas zu frühes Anbremsen der Spitzkehre. Der Ausfallreigen der Spitzenleute begann aber schon auf dieser Wertungsprüfung - dem schnellen Iren McCormack, der die Topzeit im Shakedown gefahren hatte, platzte der Motor des Escort bereits in der Schikane, was eine kurze Reinigungspause nach sich zog. Ähnlich erging es dem tschechischen Lokalmatadoren Stajf, der Turbolader an seinem neu aufgebauten Toyota Celica hatte zuviel Druck und ging hoch. Etwas dezimiert ging es weiter auf der ersten Runde zu WP 2 und 3, die uns immer mehr Selbstvertrauen mitgaben.

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Dann folgte die 30 Minuten Servicepause, wo die etwas „frischluftmodifizierten“ Zusatzscheinwerfer für die Nachtrunde angebaut wurden. Die zweite Runde mit WP 4, 5 und 6 riefen längst vergessen geglaubtes Rallyefeeling der 80er und frühen 90er Jahre in Erinnerung! Durch den Remoteservice für die FIA EHRC fühlte man sich in die Zeit beispielsweise der 3 Städte Rallyes in der Dunkelheit mit Service am Straßenrand, oder die legendären Finnland und Portugal Wertungsprüfungen in der Nacht zurück versetzt... Da scheidet sich schon eine bisschen die Spreu vom Weizen und unsere Stunde schlug - naja zumindest für kurze Zeit ;-) Dabei spielt das Vertrauen in sich selbst und in die Ansagen des Copiloten eine größere Rolle als viele PS. Gerne mehr davon, zumindest nach unserem Geschmack! Eher weniger nach dem Geschmack unserer Klassenmitbewerber aus Österreich, das Team Putz rutschte mit dem Heck ihres wunderschönen Porsche in der so ziemlich letzten Kurve vor dem Ziel die Böschung hinunter und mussten aufgeben. Nach einem Rundum Check stellten wir den Volvo ins Parc Férmé, um vor Mitternacht etwas hungrig ins Bett zu gehen - es gab schlichtweg nichts mehr zu essen :-( *Memo an mich – etwas bessere Vorratshaltung!

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Der Samstagmorgen ließ uns nach einem kurzen Frühstück (vielen Dank nochmal an dieser Stelle an den Wirt, der uns hurtig um 6.30 etwas zusammenstellte!) an Platz 17 am Rundkurs Okruh auf den Start warten (zum dritten Mal, nun aber in anderer Richtung). Kleiner Schreck am Ziel, plötzlich stand ein Porsche, der nach uns gestartet war, vor uns am Stop! Kurze Verwirrung, erschrockener Blick nochmal auf den Trip - 12,8 Kilometer - alles richtig gemacht ...wir jedenfalls ;-) mit etwas mehr als drei Runden. Der Mitkonkurrent hatte sich wohl leider um eine Runde zu wenig verzählt :-( was zwar kurzfristig für ihn Bestzeit hieß, später jedoch mit 8 Minuten Strafzeit geahndet wurde. Apropos Rundkurse - für unseren Volvo waren es einfach ein paar Rundkurs-Kilometer zu viel, was wir auf diesen Vollgas-Power-Strecken alleine durch unser Gewicht einbüßen, lässt sich auf den anspruchsvolleren Sprints kaum mehr rausholen - das hat uns sicher in der Endabrechnung zwei bis drei Plätze gekostet. Da spielt das Gewicht mit etlichen hundert Kilo weniger auf solchen Hochgeschwindigkeitskursen eine enorme Rolle. Aber Rallyefahren ist halt nun mal kein Wunschkonzert ;-) Allerdings hat es echt was hergemacht, Samstagmorgen in einem doch recht potenten Starterfeld zusammen mit Porsches, Ford Sierra Cosworth und BMW M3 über die Strecke zu heizen. Der „silver Porschekiller“ war zwar dort nicht ganz in seinem Element, aber Show ist hier ALLES!

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Das eine oder andere Team hatte für die folgende Runde mit WP 8, 9 und 10 seine Wetterspione ausgesandt - es war nicht so ganz vorhersehbar, wo es regnete oder geregnet hatte und wo nicht. Da wir aber auf dem Rundkurs mit mittelharten Trockenreifen unterwegs waren und keinen Service mit Reifenwechsel mangels Service geplant hatten, mussten wir es nehmen wie es kam. Vielen Dank aber an dieser Stelle an Familie Knöbel, die uns neben ihren beiden Teams ein wenig mitbetreuten (was wir aber nicht überstrapazieren wollten...) Viele Teams hatten auf Regenreifen umgerüstet, was die wesentlich bessere Wahl war! und wir so nur auf Vorsicht setzen konnten. WP 8 war noch relativ gut zu meistern, WP 9 ging viel durch den Wald und es war nass und schmierig, so büßten wir doch einiges an Zeit ein. Nach WP 10 ging es zurück in ein längeres Regrouping und der folgenden 30 Minuten Servicepause.

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foto Honza Vejmelka

 

Wenn der Großteil der Konkurrenz in der letzten Runde zu WP 11, 12 und 13 bereits einen Gang zurückschaltet, drehen wir den Schwedenmotor über 7000 rpm, was sich selbst durch Helm und Intercom manchmal schon schmerzlich anhört... Ich hatte zwar versucht den Chauffeur zu überzeugen, die Trockenreifen auf dem Volvo zu belassen, da das Wetter sich zu stabilisieren schien und nach uns etwa 60 moderne Boliden die Strecke „trocken“ gefahren hätten. Trotzdem zählt der Wunsch des Fahrers und so wurden die Regenreifen montiert. Wie fast schon zu ahnen, wieder mal „verwachst“ und die Semislicks wären die bessere Wahl gewesen...

Unsere Spitzengeschwindigkeit war übrigens etwa 165 km/h - ich weiß, Porschefahrern lockt das nur ein müdes Lächeln auf die Lippen, gemessen allerdings auf schmalen, teils holperigen Agrarwegen (auf gut schwäbisch „Stücklepflaschter“)

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foto ARIrallyART

Resümee Vltava Historic Rallye - zwei kleine Pokale für ein großes und großartiges Auto, es hat uns bis auf die etwas schwierige und hie und da daneben gelegene Reifenwahl (wofür der Volvo wiederum nichts kann) perfekt über anspruchsvolle WP getragen. Es hat brav alles mitgemacht ohne Probleme, der Durst hielt sich wirklich in Grenzen, so dass wir problemlos nach jedem Service in der Tankzone tanken konnten ohne dauernd auf die Anzeige zu schielen.Allerdings ist in Tschechien in größeren Ortschaften an Tankstellen auch Super plus mit 100 Oktan zu bekommen. An der einen oder anderen Ecke gab es noch etwas „Verschlucken“ durch kurzzeitige Überfettung - daran arbeiten wir noch. Die Veranstaltung war rundum gelungen, vor allem die drei Nachtprüfungen Freitag, davon bitte mehr! Dazu die Gastfreundschaft der Tschechen, die begeisterten Zuschauer und Anwohner mit ihrer positiven Haltung dem Motorsport gegenüber wie auch die vielen winkenden Kinder haben uns geflasht (wir hatten beinahe einen Muskelkater vom vielen zurück Winken)! Das war echt Rallyefahren ohne Stress auf einem perfekt vorbereiteten Auto mit einer interessanten kleinen Flugeinlage auf WP 12, wo sicher wieder niemand fotografiert hat :-(

 

vla2201Ach ja, wie war das jetzt mit den Porsches - hier das silberne Porschekiller-Porscheergebnis - drei vor uns auf P7, 8 und 9, die anderen hinter uns. Im Gesamtergebnis waren wir 13. in der FIA EHRC von 36 eingeschriebenen Startern, 3. in der Klasse D4 und P4 in der Kategorie 3, knappe 40 Sekunden hinter dem Tschechen Wirtmann/Escort, dem drittplazierten in der Kategorie 3, dem die drei Rundkurse einfach zum Vorteil gereichten. Bei den Sprintstrecken hatten wir nämlich meist die Volvonase vorne! Mal sehen wie´die nächstjährige Version ausschaut, dieser Rundkurs fällt nach Jahrzehnten einer größeren Straßenbaumaßnahme zum Opfer.

Die Sprintprüfungen in Tschechien führen oft durch kleine Ortschaften in engen Abzweigen oder um Strohballen. Die Strecken sind meist schmal mit leicht betagtem Asphalt, die sich aber auch mit mit schnellen, breiten Abschnitten über Ortsverbindungsstraßen abwechseln. Zu den Rundkursen - okay, ich gebs zu, schon seit Beginn meiner „Rallyekarriere“ sind sie eher nicht meins, auch wenn die Zuschauer dieses Spektakel lieben... Immer sitzt die Angst im Nacken sich zu verzählen oder in Zweikämpfe zu geraten.

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Nachdem wir letztes Jahr bereits nach WP 2 mit Motorschaden zwangsweise aufhören mussten, war es einfach eine Freude, am Samstagnachmittag in Klatovy auf die Zielrampe zu fahren - wir kommen sicher nächstes Jahr wieder! Ich schrieb einmal „und wenn es nicht gut ist, ist es noch nicht das Ende“ - es war eigentlich alles gut, aber das Ende ist es trotzdem noch nicht :-) nächste Haltestelle Ende Juni ist die Mecsek Rallye in Pecs/Ungarn! Das Wichtigste jedoch neben dem einen oder anderen Punkt für die Europameisterschaft ist für uns, diese positiven „Vibes“ dorthin mitzunehmen!

Fotos von Selbst und Winfried Gerstner ansonsten angegeben

 

21.04

So langsam kommt die nächste Rallye näher. Genanntist und der Volvo ist schon größtenteils wieder repariert. Dieses Mal geht es nach Tschechien zur 30.Historic Vltava Rallye vom 5-8 Mai. Dort hatte uns voriges Jahr leider der neue Motor im Stich gelassen, aber mittlerweile sollte er soweit in Ordnung sein, dass er uns ins Ziel bringt. In die Vergaser habe ich mich eingearbeitet und das ansprechverhalten des Motors ist zufrieden stellend.

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Banner anklicken dann geht es zur Webseite nach Tschechien.

21.03

Rally Costa Brava 2022 - das Wurmloch oder die Teufel stecken in vielen Details


"Fahre Rallye in Spanien - haben sie gesagt. Dort ist es schön - haben sie gesagt. Äääähhhhmmm... wo genau ist das Spanien wo es schön ist? Wir haben uns wohl verfahren!" So beschrieb Melanie, eine weitere deutsche Copilotin die 70. Rally Costa Brava, den ersten Lauf zur FIA EHRC 2022, die uns bei dieser Ausgabe mit Wolken, Regen, kühlen Temperaturen und einem noch kühleren Wind empfing - kurz gesagt - auch ich habe drei Tage gefroren....

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rcb06Das gebuchte Appartement für unser Team und Servicemann Jürgen schien eine gute Wahl zu sein - großzügig und in der Nähe des Parc Fermè gelegen, aber trotzdem ruhig genug für erholsamen Schlaf - und das bei einem perfekten Preis-Leistungsverhältnis. Leider war dagegen die Wahl des Parkplatzes für den Transporter im vorgesehenen Park Fermè nicht so ideal :-( neben einem 90 Euro Ticket wegen unerlaubtem Parken (erlaubt gewesen wäre bis Mitternacht und morgens um 8 wurden andere Fahrzeuge bereits abgeschleppt...) fanden wir unser Fahrzeug mit eingeschlagener Seitenscheibe aufgebrochen vor!


Neben dem Glasschaden mussten wir den Verlust von etwas Kleingeld, meinem Powerpack zum Handy laden (vielen Dank ihr Idioten, dass ihr mir wenigstens das Kabel gelassen habt!) und einem Sixpack Cola Zero (ich wünsche euch Montezumas Rache an den Hals und auch woanders hin!) beklagen. Die Taschen mit den Helmen, FHR und der kompletten Fahrer/Beifahrer Ausrüstung waren durchwühlt, aber es fehlte Gottseidank nichts! Unsere Rallye wäre bei dem Verlust wohl gelaufen, ist man doch schnell bei einem mittleren vierstelligen Wiederbeschaffungswert!


 

Nach dem ersten Schreck holten wir den Mietwagen für das Recce ab und bestellten bei der praktischerweise neben dem Serviceplatz angesiedelten Mercedes Werkstatt eine neue Scheibe. Da die Wertungsprüfungen beinahe identisch mit der Vorjahresversion waren und der Aufschrieb soweit passte, beendeten wir die Besichtigungsrunde bereits am späten Nachmittag. Kleiner Schreck noch zwischen WP 2/5 und 3/6 – Blitzeinfall des Fahrers „wo habe ich den HTP-Pass hingelegt... vielleicht auf den Schreibtisch zuhause???" Es stellte sich dann aber am Rallyeauto heraus, dass er da lag wo er hingehörte, in der Fahrzeugpapiertasche hinter dem Sitz! (Plan B wäre übrigens gewesen... Expresslieferung von zuhause übernacht ;-)

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Als Vorsichtsmaßnahme stellten wir den nur mit Plastikfolie gesicherten Transporter im Servicepark ab und fuhren zum Essen ins Appartement. Der Donnerstag Vormittag war verplant für die technische Abnahme, die leider etwas zäh und für uns fast eine Stunde später als vorgeschrieben stattfand. Die Kommissare finden ja immer irgendwas zu beanstanden, sonst wäre ihnen ja langweilig... Dieses Mal sollte es der Zug für die Notabschaltung sein, für den sie sich eine Hülle wünschten. Gut dass der passende Dealer gleich vor Ort war, dort konnte ich gleich noch ein Paar Rennsocken erstehen, die bei der diebischen Wühlaktion verloren gegangen waren. Abends rollten wir dann beim obligatorischen Zeremonienstart über die Rampe - für uns vielleicht ein wenig lästig, die spanischen Gastgeber lieben jedoch diese Festivitäten.

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Zuseher Autos werden übrigens öfters fotografiert als der silberne Rennwagen

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Freitag morgen ging es dann richtig los, um 10 Uhr 11 starteten wir auf die erste Runde der Wertungsprüfungen im Osten Gironas und zu der wohl bekanntesten - "Els Angels". Passend zum Wetter unsere Reifenwahl - nein in Spanien scheint nicht immer die Sonne - so entschieden wir uns kurz vor unserer Startzeit noch für Regenreifen, wie fast alle Mitbewerber! Übrigens war bei den FIA-Startern so ziemlich alles vertreten was Rang und Namen hatte. „Lucky“ mit Fabrizia Pons war dabei, ebenso wie auch ein sehr klangvoller Name wie Dennis Giroudet als Co von Pascal Perroud, dem letztjährigen Drittplatzierten. In unserer Kategorie 3 gesellten sich zum Divisonssieger 2021, demAudi Quattro noch sage und schreibe 5 Porsche 911 sowie zwei Ford Escort RS 1800 MKII und ein echter Hingucker, ein Ferrari 308 GTB Gr.4 Michelotto,

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Am Start schlug dann der erste Fehlerteufel zu, die Gegensprechanlage blieb einfach stumm! Das hieß für mich brüllen was die Stimmbänder hergaben und für den Fahrer, aus den noch hörbaren Wortfetzen und dem zu erahnenden Kurvengemenge die passende Mischung ins Lenkrad umzusetzen - das ganze dann noch über 17 Kilometer... Apropos Lenkung - das nächste Fehlerteufelchen schlich sich an das Stirnrad der Servopumpe und juchzte vermutlich begeistert, als dieses einfach abscherte und samt Riemen irgendwo im Straßengraben endete :-( Was für den Fahrer in WP 2 nun neben Funkstille in den Ohrhörer auch einen stark erhöhten Armmuskeleinsatz bedeutete - Popeye ließ grüßen - eine Runde Spinat bitte! Unwesentlich noch zu erwähnen, dass der vor uns startende italienische Porsche bzw dessen Fahrer wohl etwas überfordert waren und uns ein bisschen im Weg herumstanden?

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Danach ging es in den Remote Service, der eigentlich nur für kleine Inspektionen und zum Nachtanken gedacht war. Es wurde aber eine größere Sache draus, der Fahrer schien doch deutlich an meiner Ansage interessiert zu sein und so verlegte er einige Meter neue Kabel zur Kommunikationsverbesserung :-) Das Ganze kostete jedoch wertvolle Zeit, die wir auf den folgenden über 30 Kilometern Verbindungsetappe einigermaßen im Rahmen der Verkehrssicherheit versuchten einzuholen ;-) letztlich schlugen aber 5 Minuten Verspätung = 50 Sekunden Strafzeit zu Buche! Die Verbindung Fahrer/Co funktionierte aber wieder bestens und nach WP 3 durften wir im Regrouping in Palamos am Mittelmeerstrand etwas entspannen. Wobei, wir hatten festgestellt, dass nach dem oben erwähnten hektischen Reparieren die Sorgfalt beim Tanken etwas gelitten hatte und jemand den Tankdeckel nur unvollständig zugedreht hatte (oder war das wieder einer unser ständigen Begleiterchen?), was einen erheblichen Benzinschwund zur Folge hatte und wir nach dem Regrouping schleunigst eine öffentliche Tankstelle aufsuchen mussten. Im darauf folgenden Service wurde nun auch die abgebrochene Schraube des Generatorspanners durch ein Provisorium ersetzt, was natürlich ein weiteres Mal auf das Konto unser Fehlerteufelchen ging...

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Extrem, aber überstehbar: Physiker haben untersucht, ob ein physikalisches Objekt die Passage durch ein Wurmloch überstehen könnte, ohne von den gewaltigen Kräften in seine Elementarteilchen zerlegt zu werden. Ihr Ergebnis: Zwar wird man spaghettisiert und im Trichter des Wurmlochs gewaltigen Gezeitenkräften ausgesetzt. Theoretisch aber sind diese Kräfte endlich - und damit könnte man ihnen entgegenwirken.“

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Soweit zur Wurmloch-Theorie... unser persönliches Wurmloch schien nicht zu enden! Was soll ich sagen, ginge es ums Taktieren bei dem einen oder anderen Resultat, wäre es - vermutlich jedenfalls - das Beste gewesen, am ersten Tag in WP 4 nach unserem unfreiwilligen Aufenthalt mangels Spritzufuhr aufzuhören und die Superrally Regel in Anspruch zu nehmen. Das hätte bedeutet: für jede nicht beendete Wertungsprüfung eine Strafzeit von plus 60 Sekunden = 180 Sekunden und die jeweils schlechteste gefahrene Zeit eines Konkurrenten der Kategorie 4. Rein mathematisch gesehen wohl die bessere Lösung... für uns persönlich zählt jedoch jeder gefahrene Rennkilometer und so schlugen mehr als 10 Minuten rcb10Standzeit in WP 4 zu Buche, was uns so ziemlich ans Ende des FIA-Feldes versetzte :-(

 

Die Entspannung war jedoch nur von kurzer Dauer, wie eigentlich fast schon zu ahnen war, hatte sich das nächste Fehlerteufelchen in der Elektrik eingenistet und ließ mitten auf WP 4, die wir mit den nun montierten Trockenreifen super angingen, die Kraftstoffzufuhr versiegen! (bildete ich mir da nur ein leises Kichern aus dem Sicherungskasten ein???) Wir rollten in den Kurvenaussenbereich im dumpfen Gefühl, das wars für heute... Warndreieck aufgestellt, OK-Zeichen bereit gehalten und Frust geschoben :-( Bis der Fehler gefunden und behoben war dauerte es wohl mehr als 10 Minuten - Memo an mich: nochmals mit Helm und Hans aussteigen üben und Gurte wieder anlegen perfektionieren! Die letzten beiden Wertungsprüfungen des Tages fuhren wir merkwürdigerweise ohne größere Probleme durch, allerdings an drittletzter Position, was auf eine hintere Startposition für Tag 2 hindeutete. Womit wir wieder beim Wurmloch wären – als Restarter nach Superrally Regel hätte man uns eher im passenden Mittelfeld angesiedelt, so waren wir gezwungen, als Vorletzte das vor uns startende britische Team mit dem VW Käfer zu „jagen“ und das eine und andere Mal auf der WP überholen zu müssen. „Again what learned“ heißt halt mal wieder die Devise!

 

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Der Wetterbericht für Tag 2 war zwar etwas besser angesagt, zum Frühstück regnete es allerdings was runterging :-( Dazu kam die Aussicht, als Vorletzte starten zu dürfen - hinter einem ebenso übergewichtigen wie auch untermotorisierten russischen GAZ 24 Volga mit einem super sportlich fairen estonischen Team! Sie boten an der ersten ZK an, uns vorzulassen und die 10 Sekunden Strafzeit in Kauf zu nehmen „you are so much faster than us“ (was sie auch mit dem hinter uns startenden BMW M3 Team vereinbarten) - vielen Dank nochmal an dieser Stelle! Wir montierten wie alle anderen auch wieder die Regenreifen, denn die Samstagschleife führte in den dicht bewaldeten Westen Gironas und die Aussichten blieben trübe und neblig.

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Die Elektronikproblemchen wollten sich nicht beheben lassen, die Anzeigen des Armaturenbrettes stellte sich mehr oder weniger auf tot, die Benzinpumpe lief auf Dauerbetrieb und somit mussten wir erst einmal mit Bordmitteln (die wir vorher mitgebracht hatte...) den Volvo starten, da die Batterie leer war. Bereits in der ersten Schleife der drei Tageswertungsprüfungen waren die Bedingungen herausfordernd - nach mehr als vierzig Rallyeautos vor uns waren die Kurven bereits sehr ausgefahren und die Straße dementsprechend schmierig. Zudem war ja die Servopumpe irreparabel beschädigt, so dass erneut die Muskelkraft des Fahrers am Steuer gefragt war. Jetzt hieß es halt, die paar mühsam errungenen Punkte sicher heimzufahren und trotzdem noch etwas Spaß an der Sache zu haben :-) Das britische Volkswagenteam kämpfte mit den Unfallfolgen des Vortages und einer streikenden Kupplung, so dass wir einige Male aufliefen und überholen mussten, wobei immer fair Platz gemacht wurde.

Der Veranstalter wies zudem an diesem Tag noch auf die teils neuen Tankregelungen hin: das Team solle sich außerhalb des Autos aufhalten und der/die Tankhelfer müssen nebst langärmeliger/-beiniger Kleidung eine feuerfeste Haube und Handschuhe tragen. Und da lauerte er wieder, unser kleiner Begleiter :-( beim Einsteigen wunderte ich mich, dass meine Türe nicht richtig zuging... tja wenn man halt den Stecker zur doch so wichtigen Intercom dazwischen hat? Totenstille... mit dem kleinen Schrauberzieher aus dem Handschuhkasten ließ sich das etwas zerquetschte Ding aber doch noch für die letzten zwei Wertungsprüfungen zum Kontakt überreden - gerettet! Der Volvo trug uns dann noch ohne weiteren Beeinträchtigungen brav zum Podium, das wir zwar „unter ferner liefen“ erreichten, aber sonst hätte ich ja hier so gar nix zu schreiben, wenn immer alles glatt ginge!

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Vorteil des Schlusslichtes war Sonntagmorgen, wir konnten fix zusammenpacken und Richtung Heimat fahren. Tschüss du recht kaltes und nasses Spanien, zuhause erwartet uns eine sonnige Frühlingswoche! Anfang Mai planen wir frischen Mutes die Historic Vltava Rallye in Tschechien und die kleinen Biester, die uns das Rallyefahren so schwer gemacht haben, sollen gefälligst zuhause bleiben!

 

02.03

hier gibt es Informationen

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12.02

So genannt ist schon seit ein paar Tagen und der Service steht auch schon fest. Jürgen wird sich wieder mit uns auf den Weg nach Spanien aufmachen. Der Volvo sollte wieder etwas besser geworden sein, er hat den alten Motorblock von Bengan mit neuen Kolben und ich habe mich in die Vergaser Materie eingelesen und Düsen bestellt, die ich mit der Breitband Lambdasonde auch entsprechend überprüfen konnte. Na dann wollen wir mal sehen was heraus kommt. Die Rallye ist fast identisch mit der im November, außer dem Besuch der Formel 1 Strecke in Barcelona. Ein Reifenkontigent sind auch vorhanden, Danke an Knöbel Motorsport.

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Was wird heuer gefahren? Mit ziemlicher Sicherheit werden wir uns wieder in der Historischen Europameisterschaft einschreiben. Der Rest wird sich ergeben.

Spaß ist unser Ziel!

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