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Rallye Erinnerungen         wie es zum Saab 99 2024 kam

hier gibt es Informationen über die Rallyeaktivitäten von Siegfried

EWRC Rallyresults Siegfried Mayr                      EWRC Rallyresults Renate Mayr

 

24.05

Rally de Asturias Historico

- Wet-Race oder einmal Biskaya und zurück

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Bild anklicken um ein Video zu sehen

Der geneigte Leser kennt mittlerweile sicher unsere unbedingte Rallyeregel - es muss ausgeglichen sein, das heißt wenn es einen Ausfall gab, sollte dieser mit wenigstens einer Zielankunft wieder ins Lot gebracht werden. Unsere Regenreifen waren dank weniger WP-Kilometer in Tschechien noch perfekt, weil die Landschaft in Asturien ihr überreiches Grün der Wetterküche Biskaya und deren hohe Niederschlagsmenge verdankt... Schon komische Leute diese Rallyefahrer, die 2000 Kilometer nach Nordspanien fahren, um dort die berühmten Tiefs zu erleben :-)

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Zur Erinnerung (die leider in die Schublade der weniger guten gehört...) - bei der letztjährigen Auflage kamen wir nur bis Samstagmittag, eine etwas positiv geschriebene, hinterlistige Kurvenkombination nach einem längeren Bergabstück setzte unseren Ambitionen ein jähes Ende :-(

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Diese Wertungsprüfung, wie übrigens alle anderen auch, war absolut identisch mit der Vorjahresversion, nur dieses Mal mit einem „minus“ und einem „!“ versehen (oder wie der Fahrer danach anmerkte „viiieeel zu früh gebremst!“) Damals mussten wir unser Wrack mit viel Mühe bergen, Gott sei Dank hatten wir unseren besonnenen Servicemann Christian dabei, der das souverän meisterte. Dieses Jahr war es besonders schwierig mit „Mitreisenden“, so beschlossen wir alleine zu fahren, nur ein Hotelzimmer für uns zwei und den Leihwagen für den gesamten Aufenthalt zu buchen. So konnten wir flexibel bleiben und unseren Mercedes am festen Serviceplatz stehen lassen.

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Wie habe ich bei unseren frühen Finnlandreisen immer geseufzt „wenns ned so weit weg wäre“, das passt bei der Anfahrt nach Nordspanien, kurz vor Santiago de Compostella, ebenso. Knapp 2000 Kilometer, davon sehr viele quer durch Frankreich. Man fährt dort durch wunderbar grüne Landschaften, vorbei an einer unüberschaubare Anzahl von glücklichen Charolais-Rindern auf großen Weiden und durch Dörfer im Dornröschenschlaf, unbeleuchtet und wie unbewohnt wirkend. Wir sparten uns so einige teure Autobahnkilometer, aber ich hatte das Gefühl, dass diese Kühe dabei sind die Weltherrschaft zu übernehmen :-) dafür steht in dem einen oder anderen ausgestorbenen Dorf ein 24-Stunden-Pizzaautomat! Aber irgendwann kommt man immer an, Hänger am Meer abstellen, Unterlagen holen und Hotelzimmer beziehen war eins.

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Den Mittwoch verbrachten wir mit Aufschrieb kontrollieren, der Vorteil an dieser Rallye „ganzweitweg“ ist, dass die Wertungsprüfungen alle relativ nah rund um Pravia liegen und so wenig unnötiges Rumfahren anstand. Da wir unseren Aufschrieb von 2023 eins zu eins nutzen konnten und nur wenig korrigieren musste (okay, die Rechts 4, die uns letztes Jahr zum Verhängnis wurde, mit einem Achtung ! und einem minus versehen), lief alles entspannt im Urlaubsmodus. In Spanien gehen allerdings auch die Uhren etwas anders, während hierzulande viele Gasthausküchen bereits um 20 Uhr schließen, öffnen sie dort erst um diese Zeit. Zudem gibt es, außer vielleicht in der gehobenen Gastronomie im Zentrum, keine übersetzten Speisekarten und die wenigsten Angestellten sprechen eine andere Sprache außer Spanisch.

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ast2423Donnerstag Abend standen wir, nach einem leckeren Barbeque beim Team McCormick - danke nochmal an dieser Stelle! - pünktlich bei der technischen Abnahme, einzig ein fehlendes Polster am Käfigrohr oberhalb der Windschutzscheibe wurde bemängelt (also wenn ich da jemals mit dem Kopf anstoßen würde, wäre mehr als einiges schiefgegangen...) und dank der Hilfe von Mitbewerbern bis zur Nachkontrolle am Freitagvormittag nachgerüstet.

 

Freitagnachmittag, nach vielen Blicken gen Himmel und aufs Regenradar, hatten wir uns entschieden, auf Regenreifen zu starten, das war auch zumindest für die erste Runde eine gute Wahl. Die für 14 Uhr angesetzte Fahrerbesprechung verlief übrigens natürlich auch im strömenden Regen, kaum jemand hatte an die praktische Erfindung eines Regenschirmes gedacht! Das Wasser von oben ließ später nach und zur zweiten Runde entschlossen wir uns, die weichen Semis aufzuziehen, auch das war perfekt. Im übrigen ein mehr als großes Lob an unsere Begleiter der FIA EHRC mit „Chief“ Jamie Edwards, der uns per Whatsapp mit immer aktuellen Berichten vom Zustand der WP und dem aktuellen „Wasserstand“ von oben auf dem Laufenden hielt!

 

 

 


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Der Zeitplan sah für Samstagmorgen den großen Service vor und so stellten wir gegen 21 Uhr nach WP 4 das Auto im Parc Ferme auf dem Marktplatz in Pravia ab. Das ist eigentlich das größte Manko an dieser Veranstaltung, der Servicepark ist mehr als 10 Kilometer entfernt und unser vermeintlich fest eingeplanter Rücktransport dorthin klappte irgendwie nicht. Etwas verloren standen wir da, begannen leicht verzweifelt nach Alternativen zu suchen (merke - spanische Taxifahrer sprechen auch nur spanisch und haben Freitagabend auch keine so rechte Lust...) und wurden schließlich fündig! Vielen Dank auch an dieser Stelle an unsere spanischen Mitbewerber, Team Carlos Padilla und seiner Frau sowie seinem Serviceteam, die uns kurzerhand ins Auto setzten und nach San Esteban fuhren!

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Suchbild, wer findet den schwedischen Rennwagen

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Der Wetterbericht und der Regenradar für den ganzen Samstag verhieß nichts Gutes, was aber auch die nachfolgenden Servicepausen vereinfachte - Wet-Race Bedingungen also. In diesen Wertungsprüfungen des Samstag verbarg sich auch unsere Unglücksstrecke von 2023, aber wer fliegt schon zweimal an gleicher Stelle ab... Die erste Runde der drei Sonderprüfungen verlief im strömenden Regen ohne weitere Zwischenfälle. Nach einer guten halben Stunde Regrouping in Sallas gab es 45 Minuten Servicezeit in San Esteban. Kurze Kontrolle aller wichtigen Teile, ansonsten etwas essen und Handy laden, mehr war nicht zu tun. Unser neues Luxuszelt , das übrigens im Nu und ohne Kraftaufwand alleine aufgebaut werden kann, tat das was es sollte, nämlich trocken halten.

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Die zweite Runde am Nachmittag hingegen war weniger erfreulich, bereits bei Eintreffen an der Zeitkontrolle sahen wir die Schlange und kurze Zeit später mussten alle umdrehen und direkt zu WP 9 fahren. Die Prüfung wurde gestrichen, weil - man glaubt es kaum - das 0-Auto als Safetycar wohl etwas übertrieben und einen Unfall hatte. Die Strecke war für längere Zeit blockiert und konnte somit nicht in die Wertung einfließen. Sehr ärgerlich und bei einem FIA EHRC Lauf eigentlich unentschuldbar, vielleicht sollten diese Fahrer etwas genauer unter die Lupe genommen und gebrieft werden? Vor WP 9 mussten wir die Zeit etwas länger abwarten bevor wir auf die Strecke konnten. Mein Spruch „lächle und denke es könnte schlimmer kommen“ bewahrheitete sich wieder mal und auch diese Strecke musste im Nachhinein neutralisiert werden. Uns wurde nämlich auf der 14,5 km langen WP nach etwa 3 Kilometern die virtuelle rote Flagge gezeigt und mit nervigem Piepsgeräuschen bestätigt. Wir fuhren daraufhin langsam, konnten aber nichts auf der Strecke feststellen - keine hektisch winkenden Zuschauer und keine Streckenposten die uns stoppten? Nach weiteren 2-3 Kilometern waren wir wieder im Rallyemodus und bei Kilometer 12 ungefähr wurden wir dann von einer physischen roten Flagge gestoppt. Der schnelle irische M3 hatte sich eingangs eines kleinen Ortes überschlagen und unglücklicherweise einen Zuschauer erfasst, glücklicherweise stellte es sich später als nur kleine Verletzung dar.

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Die letzte Wertungsprüfung, das zweite mal unsere „Schicksalskurve 2023“ absolvierten wir natürlich wieder im Regen, dazu kamen einige sehr schmierige Stellen dazu. Mit der nötigen Umsicht, O-ton eines Mitbewerbers „wir fahren hier um die goldenen Ananas“ bewältigten wir den ersten Teil problemlos, bis wir an ein solch rutschiges Stück kamen. Der drei Minuten vor uns gestartete Alfa des ungarischen Teams Mekler/Mekler war etwas von der Strecke abgekommen und dank fleißiger Zuschauer genau vor uns wieder zurück befördert worden. Über ein längeres Stück lieferten wir uns eine lustige Jagd, wann passiert es denn schon mal, dass so ein schwedischer Eisenhaufen einen flotten italienischen Renner verfolgen und zumindest über ein ganzes Stück gut dranbleiben kann (Video). So hatten wir doch noch am Ende unseren Spaß, auch wenn das WP-Konto nach dem Desaster in Tschechien weiterhin schwer im Minus ist!

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Fazit: Anspruchsvolle, selektive Strecken bei meist schlechtem Wetter im Mai. Ob ein unbedingter Wiederholungsfaktor besteht ist ungewiss, mein Aufschrieb ist nun einigermaßen zerfleddert... Jamie könnte eigentlich eine Rechnung als „Gravel Crew“ stellen und ich überlege mir als Altlateinerin einen kleinen Wortschatz an Spanisch zuzulegen :-)

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Nächste Haltestelle Weiz in der Steiermark - im Juli kann es da ziemlich heiß mit überraschenden Gewittern sein. Auch das Fahrzeug ist noch nicht ganz sicher, also bleibt gespannt auf diesem Kanal!


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02.05

 

Historic Vltava Rallye 2024 - schwierige Bedingungen (oder ziemlich kalt im Böhmerwald)

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Danke an Jindrich Schovanec

Schwierig auch, diese Rallye in einem Bericht festzuhalten... fangen wir mal mit den positiven Seiten an - die Ausgaben waren mehr als überschaubar dank grenznahem Veranstaltungsort im tschechischen Böhmerwald. Wir waren nur zu zweit unterwegs, quasi als Team und Service in Personalunion und hatten eine günstige Pension (einschließlich ausgiebig lautstarkem nächtlichem Ehestreit in der Nachbarwohnung, der war gratis...). Dank tschechischer Gastfreundschaft gab es leckeres Essen bei unserem Mitbewerber Olda in seinem kleinen aber feinen Skodamuseum, vielen Dank nochmal an dieser Stelle! Am nächsten Abend lud der veranstaltende Club zum gemütlichen Beisammensein mit reichhaltigem Buffet im wunderbaren Ambiente des Jesuitenkollegs in Klatovy. Nebenbei wurde dort etwas Interessantes (und Verrücktes!) für 2025 ausgeheckt (stay tuned!). Obendrauf haben wir einige Liter Rennsprit gespart und damit wären wir eigentlich schon bei der unschönen Seite unseres geliebten Rallyesports :-(

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vl2406Die schwierigen Bedingungen waren einerseits die teils vorhergesagten spätwinterlichen Wetterverhältnisse mit starkem Regen und Wind sowie in den Höhenlagen Schneefall. Am Samstag musste nämlich eine Wertungsprüfung von umgestürzten Bäumen sowie von einer Schneeschicht mit kräftigem Gerät befreit werden. Zwar wurden kurzfristig Winterreifen erlaubt, für uns aber keine Option (ich denke für andere Teams auch nicht) und so waren wir froh, auf einen relativ guten Satz Pirelli W7 zurückgreifen zu können, die von Anfang bis Ende drauf blieben.


Rückblick - da fällt mir beim Stichwort „Winterreifen“ Folgendes aus unserer nun schon lange währenden Rallyekarriere ein: der erste Lauf zum Peugeot 205 GTI Cup 1988, der auch zugleich unsere Premiere in diesem Markenpokal gewesen ist, war die Internationale Sachs Rallye Franken in Schweinfurt in der zweiten Märzwoche. Auch da waren winterliche Bedingungen angesagt, ich erinnere mich an eine Stelle beim Abfahren der Wertungsprüfungen am Wochenende zuvor, da musste eine professionelle Schneefräse die Strecke freimachen und wir fuhren durch meterhohe Schneewände! Und so reagierte die Cupleitung mit dem Angebot für jedes Team einen Satz Winterreifen, neben den erlaubten Michelin Semi TB 10 und 15 sowie Schotter M4 und M5, für kleines Geld (ich meine es waren 50 DM pro Stück) zur Verfügung zu stellen. Diese 4 Reifen fuhren dann auch brav im Serviceauto mit, für den Fall der Fälle... Auf dem Weg zu WP 10, einem Rundkurs namens Tiefenstockheim mit ich glaube 2 ¾ Runden fing es enorm an zu schneien und wir hatten weiche Semis montiert. Zeit wäre genug gewesen, umzukehren, dem Service, der der Strecke folgte, entgegen zu fahren und umzumontieren... leider ließ sich der Fahrer nicht umstimmen, auch wenn der vor uns fahrende Golf des Teams Veit/Eckhard plötzlich stoppte und umdrehte! Es kam wie es kommen musste - nachdem es zwei Runden gut ging - in der langgezogenen Rechtskurve bergab, wo es unten am T-Stück links in die Runde oder rechts ins Ziel ging, verloren die Semis endgültig den Grip auf der mit zentimeterhohem Schneematsch bedeckten Straße und wir rodelten auf der Kurvenaußenseite über die Böschung auf eine Wiese am Hang. Ich höre heute noch sein „Haltdifest“ in der Sprechanlage (wobei das echt schwierig ist, wenn du als Co Bordbuch und Aufschrieb in den Händen hältst...). Dort blieben wir dann in der matschigen Wiese stecken und der Fahrer meinte lapidar „das wars“. Aber er hatte nicht mit mir gerechnet, ich sprang aus dem Auto, kurzer Blick um irgendwo Zuschauer bei dem Dreckswetter zu erspähen. Und wirklich, unten am Abzweig stand eine ganze Schar. Ich hüpfte also wie ein Rumpelstilzchen auf und ab, ruderte wild mit den Armen und rief um Schiebehilfe! Bis diese dann vor Ort war und mit vereinten Kräften einschließlich mir das Auto wieder auf die Strecke bekamen, ging einige Zeit ins Land - von den 20 Startern im Cup hatten wir so die langsamste Zeit auf der Uhr, im Vergleich auf den schnellsten, Toni Stix verloren wir knappe 14 Minuten und völlig entnervt sowie pitschnass und schlammbespritzt warf ich meine Zeitkarte an der nächsten Kontrolle auf den Tisch. Ob wir da auch noch eine Zeitstrafe bekamen weiß ich nicht mehr so genau... Eigentlich hätte übrigens schon bei der Anfahrt der Sachverstand des Fahrers funktionieren müssen (der bei Schneefall möglicherweise anders tickt...) - damals fuhren wir zur Rallye auf Achse mangels Anhänger, der Service folgte erst später und die Winterreifen befanden sich noch an Bord des Peugeot Teilelastwagens. Der geneigte Leser sieht uns also mit Semis auf winterlicher Autobahn A7 mit etwa 120 Stundenkilometer auf der linken Spur dahin cruisen, nebenbei wurde ein Lancia Delta eines Mitbewerbers überholt (der uns vermutlich den Vogel zeigte), bis im Schneetreiben ein Räum- und Streufahrzeug mit etwa unserem halben Tempo auf der linken Spur auftauchte. Rechte Spur war ebenso schon „besetzt“, Bremsen mangels Grip keine Option und so rodelten wir auf der einzig frei verbliebenen Standspur rechts an den verdutzt blickenden anderen Verkehrsteilnehmern vorbei - so eine typische Siggiaktion halt...

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Zurück ins jetzt und heute - beim Recce waren von den 6 Wertungsprüfungen zwei bekannt und vier neu zu schreiben, die wir Mittwoch und Donnerstag unter die Räder des Mercedes nahmen, so kommt man auch nie in Versuchung, irgendwo mal zu schnell oder unvorsichtig zu fahren ;-) Wir empfanden neben den Start-Ziel Prüfungen auch den neuen Rundkurs als sehr selektiv und herausfordernd. Durch den neuen Zeitplan mit technischer Abnahme, Shakedown und Start am Freitag hatten wir Donnerstag Nachmittag sowie einige Stunden am Starttag Zeit, uns in der Unterkunft aufzuwärmen und im Trocknen zu sitzen. Bei durchschnittlichen Tagestemperaturen von etwa 4 Grad mit unangenehmem Wind und immer wieder kräftigen Regen/Schneeregenschauern eigentlich auch die einzig wahre Möglichkeit. So hatten wir unser neues „Luxuszelt“ lieber im Mercedes liegen lassen und waren insgeheim froh, keine durchnässten und frierenden Serviceleute mitversorgen zu dürfen...

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Freitagnachmittag ging es dann los, vom Start am Marktplatz in Klatovy auf den neuen Rundkurs - das war die einzige einigermaßen „trockene“ Wertungsprüfung. Allerdings wurden wir in der zweiten Runde zum langsam fahren aufgefordert und in der Schikane kurz vor dem Ziel von einem Porsche behindert, der ausgerutscht war, woraufhin wir eine aktualisierte Zeit bekamen. Vor WP 2 dann schon der erste Stau und der darauf folgende Abbruch mit Alternativroute. Der zweite Audi Quattro des italienischen Teams war auf Aquaplaning gekommen und hatte einen publikumswirksamen mehrfachen Überschlag hingelegt - Gottseidank Crew okay! Merke, auch bei momentaner Verwirrung nie vergessen, sich eine neue Startzeit eintragen zu lassen! Leider hat das unser bayerischer Kategoriekollege mit dem Porsche irgendwie übersehen und wurde zur zweiten Runde am Abend daher nicht mehr zugelassen.

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Es regnete unaufhörlich weiter, dazu kam einsetzende Dunkelheit und so ereignete sich ein schwerer Unfall des österreichischen Porscheteams Putz/Putz und auch diese Prüfung wurde daraufhin direkt abgebrochen. An dieser Stelle weiterhin gute Genesung an Michael und Elisabeth! Mit der nötigen Umsicht bewältigten wir die fünfte Sonderprüfung im Dunklen, bei dem einen oder anderen saß der Schock von vorher doch schon tief, da der Helikopter eingesetzt werden musste. Ein Stück vor dem Ziel liefen wir auf den anderen bayerischen Porsche auf, der uns anstandslos passieren ließ, kurz nach uns wurde auch diese WP abgebrochen.

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Die letzte Nachtprüfung wurde dann aus Sicherheitsgründen abgesagt und wir direkt in den Nachtservice geschickt. Wir hatten etwas mehr als 30 gewertete Kilometer auf dem Zettel, so gab es nicht viel zu reparieren und nach gründlicher Durchsicht ging es in den Parc férmé. Da es bereits nach 23 Uhr war, gab es auch nichts mehr zu essen und unsere relativ kurze Nachtruhe war zudem durch oben erwähnte nächtliche Streiterei etwas unruhig.

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Samstag morgen, leider ohne das versprochene Frühstück der Pensionswirtin :-( erwartete uns das angesagte Winterwetter, zumindest in den höheren Lagen des Böhmerwaldes. Fotos von umgestürzten Bäumen und schneebedeckten Strecken machten die Runde und bereits im Parc férmé hieß es, WP 8 muss erst geräumt werden und könne vermutlich dann als Nummer 11 gefahren werden. Wir machten uns auf zur ersten Sonderprüfung des Tages WP 7, dem „kleinen“ Rundkurs (d.h. eine kleine Runde und dann ging es beim zweiten Mal geradeaus) mit einem „Jump“ wo bereits eine stattliche Anzahl Zuschauer trotz des scheußlichen Wetters (merke: Tschechen sind hart im Nehmen!) auf uns warteten. Mit der gebotenen Umsicht wurde diese gut gemeistert, bei diesen Bedingungen eine absolute Regel (wir wissen inzwischen wie lange es dauert, ein Auto wieder flott zu bekommen...) Nach dem Ziel wurden wir über das weitere Vorgehen informiert, leider nicht so glücklich gelaufen für manche Teams mit Sprachschwierigkeiten, aber alles löste sich irgendwie oder wie der Schwede so schön sagt „det ordnar sig“. So wurden wir umgeleitet, da WP 8 nicht gestartet werden konnte und ein Tankstopp vor WP 9 wurde kurzerhand zum Regrouping erklärt. Leider gab es dort überhaupt keine Möglichkeit des Aufenthalts außerhalb des Autos oder sonstigen Bedürfnissen nachgehen zu können, dazu schneite oder regnete es unaufhörlich.

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Während wir die Nummer 9 als letzte vor der Mittagspause absolvierten, ereignete sich auf unserer WP 10, also der zweiten Auflage von der 7, ein folgenschwerer Unfall bei der Rallye Sumava der modernen Autos, die diese Sonderprüfung als erste des Tages fuhren, bei der tragischerweise eine Copilotin tödlich verletzt wurde. Wir erfuhren davon allerdings erst bei unserem Zieleinlauf, die moderne Rallye war daraufhin abgebrochen worden. So hatten wir im Mittagsservice wiederum nicht viel zu tun außer ein paar Bissen zu essen und das Auto anstandshalber durchzuchecken. Wir wurden dann direkt von der Tankzone zur verkürzten WP 11 geschickt, da Nummer 10 aus oben erwähnten Gründen gestrichen war. Dort herrschte tiefer Winter, die Strecke war zuvor von Traktoren mit Schneeräumschild vom Schnee befreit worden! Dementsprechend ließ jeder etwas Vorsicht walten, die Luft war einfach auch raus. Die letzte Sonderprüfung, die wir als Nummer 9 bereits absolviert hatten, lief problemlos mit 17 Sekunden schneller als im ersten Durchgang. Dabei liefen wir auf den hellblauen Porsche auf, das italienische Team wollte nur noch unbeschadet ins Ziel kommen! Das Podium in Klatovy wurde mit sehr gedämpfter Stimmung mehr oder weniger pro forma absolviert, sowie ein kleiner Pokal für den Klassendritten mitgenommen. Insgesamt schlossen wir als 15. im Gesamt der EHRC und 4. in der Kategorie ab - mit der Vorahnung dass wohl die Punkte halbiert werden würden. Wir hatten zwischen 50 und 75 Prozent der Wertungsprüfungskilometer absolviert und das hieß laut Reglement eben halber Zähler. Angesichts der Unfälle und der ganzen Umstände ist das wohl aber eher nebensächlich.

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Fazit: Spaßfaktor gleich 0, Erfolgsfaktor 0,5 und der Wiederholungsfaktor bei der Übernachtung gar nicht vorhanden. Die vielen, vor allem weiblichen Marshalls auf, neben und vor den Strecken sowie den Kontrollpunkten leisteten bei diesem Wetter eine tolle Arbeit, Hut ab! Auch das Rallyezentrum kam mit den schwierigen Umständen so gut wie möglich klar, Respekt! Mitleid hatte ich mit den vielen Servicecrews, die tapfer diesen widrigen Umständen trotzten und auch Großartiges leisteten!

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Danke an Jindrich Schovanec

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Nächster Stop - Nordspanien an der unberechenbaren Wetterküche Biskaya bei der Rally de Asturias Storico - wir haben da nämlich noch eine Rechnung offen...


 

16.03

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Heuer geht es etwas später los. Da unsere Aussichten für die Rallye Costa Brava sehr gering sind, haben wir diese Rallye sausen lassen. Unser erster Einsatz wird die Rallye Vlatava Historic Rally am 19. und 20. April sein. Bis dahin wird weiter am Saab 99 gearbeitet, da er bis zur Rallye Weiz in den Einsatz kommen soll. Aber das ist eine große Aufgabe und braucht es noch den TÜV Segen und den HTP Pass. Das wird interessant!

So sieht es bis jetzt aus.

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und so soll Er werden

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